ÜBERLINGEN - NUSSDORF

Kapelle St. Cosmas und Damian

2025     Restaurierung  des historischen Positives

Disposition:

Manual:   C - c3     49 Töne
Bordun 8'        Fichte /Buche gedeckt, C-H mit eigener Schleife
Copel 4'        Fichte /Buche gedeckt, ab a1 offen
Flageolet 2         C-e° Fichte /Buche gedeckt, ab f° offen

 

Auf verschlungenen Wegen gelangte die kleine, hinterspielige Orgel in den 1990er Jahren an den Bodensee. Laut mündlicher Überlieferung war das Instrument bis in die 1960er Jahre im Besitz eines Benediktinerbruders aus dem Kloster Ottobeuren. Im Blasbalg wurden zur Abdichtung alte Akten und Zeitungsseiten aus den Jahren 1863 und 1864 verwendet, deren Texte auf eine Herkunft aus dem Oberallgäu schließen, lassen. Somit könnte der damals in Immenstadt tätige Orgelbauer Fidelis Haaser  als Urheber in Frage kommen.
Das Instrument ist als hinterspieliges Positiv ohne Prospekt konstruiert. Die tiefen Pfeifen des Bordun 8' ragen über den Gehäusekasten hinaus. Die Windversorgung erfolgte ursprünglich über einen kleinen Keilbalg mit Schöpfer, der sich über einen Fußtritt unterhalb der Spielanlage bedienen lässt. Zur Aufstellung in der Kirche in den 1990er Jahren wurde für die Orgel ein Podium mit Gebläse und Windzuführung angefertigt.
Bei der Restaurierung wurden Windlade, Traktur, Blasbalg und Pfeifenwerk sorgfältig überarbeitet und konserviert.  Fünf kleine historische Pfeifen waren in der Orgel eingelagert. Während der Arbeiten zeigte sich, dass das  Register Flageolet 2' ursprünglich ab f2 nach 22/3' repetierte - vermutlich, weil die Herstellung noch kleinerer Holzpfeifen den Erbauer überforderte. Zuletzt waren die kleinsten sechs 2'-Pfeifen aus Metall neueren Datums. Gemeinsam mit dem Orgelsachverständigen wurde dann aber beschlossen, die Repetition nur zu dokumentieren und die Fortsetzung des Flageolets neu in Holz zu bauen. Das Gehäuse erhielt neue Aufsätze für die überstehenden Holzpfeifen. Das Podium für die Windversorgung wurde erneuert und etwas höher gebaut, damit die Orgel vom Kirchenraum aus etwas besser zur Geltung kommt. Die bereits vorhandene Stimmtonhöhe von 440 Hz wurde aus praktischen Gründen beibehalten. Das zuletzt naturfarbene Gehäuse erhielt eine neue Ölfassung durch die Kirchenmalerin Iris Badstuber.